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Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 13:50
von 650ccm_Nixe
Hi. Ich wollte gerade bei meiner zweiten Dominator das SLS abmontieren und da ist mir schon aufgefallen das die schrauben alle ultra fest sitzen und diese auch mega vergammelt sind. Dann habe ich mir gedacht wenn ich den Krümmer abbaue komm ich da ja viel besser Ran. Und dann begann das Schauspiel.
Die erste Krümmer Mutter ging runter aber sehr schlecht. Und die beiden darauffolgenden hatten keine Lust und sind dann Mal eben abgebrochen.

zum kotzen. Hat man da jetzt eine Chance den Stehbolzen da rauszuholen? Oder wäre es klüger gleich Kolben und Zylinder zu wechseln?
Denn ich gehe davon aus dass es bei den SLS schrauben genau so kommen wird.
Und wo ich jetzt eh schon dabei bin.... Kann man den Krümmer polieren?
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 13:51
von 650ccm_Nixe
Oh... Das Bild habe ich vergessen.
Gruß Eric
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 14:16
von Tolek
Erst mit gutem Rostlöser bearbeiten .Wenns dann trotzdem abbricht , ausbohren bis fast an die Gewindegänge .Die kann man dann in Stückchen wie eine Spiralfeder rausziehen .Wenn das Gewinde im Alu gelitten hat ,Helicoil .Ist ganz einfach und besser wie neu .
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 14:19
von 650ccm_Nixe
Ok. Ich werde es probieren. Ich hoffe es wird wieder. Wird ein neuer Stehbolzen dann eingeklebt?
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 14:34
von jakobjogger
Wenn du ein Schweißgerät hast und die abgebrochenen Bolzen noch etwas rausstehen, kannst du auch eine Mutter aufschweißen. Dann braucht man nicht ausbohren. Vielleicht geht es auch vorher mit einer Zange. Natürlich gut einweichen mit Kriechöl o.ä..
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 15:29
von 650ccm_Nixe
Okay danke. Für die Antworten erstmal. Es wäre empfehlenswert dem Motor auszubauen oder?
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 16:21
von Nergal
Kommt darauf an. Solange du nicht schweißt und gut an die Arbeits-Stellen rankommst, kann der Motor im Rahmen verbleiben. Wenn du den Stehbolzen (nach Rostlöser-Behandlung!) mit einer Grip-Zange herausdrehen willst, dann ist es nur von Vorteil, wenn der Motor festsitzt und du nicht auch noch diesen gegenhalten musst. Anders sieht es aus, wenn dir der Platz zum Schrauben nicht reichen sollte oder du mit dem Schweißgerät operierst. Da ist dann doch die Gefahr von Folgeschäden gegeben. Aber wahrscheinlich gibt es auch da Künstler, die das ohne Motorausbau hinkriegen. Ich würde jetzt erst mal mit dem Rostlöser anfangen und mich in Geduld üben.
Gruß
Wolf-Ingo
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 16:22
von dodderer
Wenn ich mit die Umgebung rund um den abgerissenen Bolzen anschaue dann denke ich, dass eine Überarbeitung aller Verschraubungen u.s.w. sinnig wäre. Ist halt die Frage, ob man das Mopped gerade entbehren kann, oder es z.B. für den Arbeitsweg unabdingbar ist.
Beim Aufbohren ist halt immer das Risiko, dass der Bohrer von der harten Schraube wegläuft ins weiche Aluminium. Muß halt annähernd perfekt gekörnt sein.
Wo wohnst Du? Vielleicht kann Dir ja jemand mit Erfahrung helfen, falls Du mit so nem Kram noch keine Erfahrungen hast.
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 16:34
von dodderer
Und wenn Du Dich auf die Suche nach jemand machen möchtest mit nem Schweissgerät: Schau ob Du jemand findest, der ein WIG Schweissgerät odr ein Autogenschweissgerät hat. Bei diesem Schweissverfahren wird erstmal das zu verschweissende Material erhitzt, und dann per Schweisszusatz miteinander verdunden / vermischt.
Bei Elektrodenschweissen oder dem landläufig als Schuztgasschweissen bezeichneten MIG / MAG Verfahren wird der Schweisszusatz schon sofort eingebracht, er wird zur Erzeugung des Lichtbogens genutzt. Bei so kleinen Schweissungen kann es dann passieren, das schon alles "voll" ist, ohne das Du aber eine wirkliche Verbindung hast.
OK, viel Theorie, aber wen Du nen Schweisser kennst kann der Dir da hilfreich sein.
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 16:48
von 650ccm_Nixe
Okay. Ich probiere es erstmal mit Rostlöser. Also bleibt der Motor erstmal da wo er ist. Wenn das nicht funktioniert kommt er raus. Das wäre aber ärgerlich weil vor kurzem der Ölwechsel war.
Ich komme aus Mirow das ist an der Mecklenburgischen Seenplatte. Ich denke das bekomme ich aber irgendwie allein hin. Ich habe auch schon mit dritt Moped (Yamaha Dt 125 r) komplett aufgebaut. Aber ist eben auch eine 2takt.
Und die Domi wollte ich sowieso umbauen zu einer scrambler. Für den täglichen weg zu Arbeit nutze ich entweder mein Auto oder meine zweite Domi.
MfG Eric
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 17:39
von Nergal
Da fällt mir noch folgende Methode ein: Wenn es die Länge des Gewindestumpfes hergibt, kann man zwei Muttern hintereinander aufbringen und gegeneinander kontern. Vorausgesetzt, dass das Kriechöl seine Arbeit ordentlich verrichtet hat, lässt sich der Stumpf dann herausdrehen. Hat bei mir schon in einem anderen Fall geholfen. Man braucht halt Geduld.
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 19:10
von 650ccm_Nixe
Danke das werde ich machen ich werde jetzt erstmal Rostlöser bestellen. Ich hab nichts gescheites da. Gibt es Empfehlungen?
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 19:33
von Nergal
650ccm_Nixe hat geschrieben: ↑Di 27. Apr 2021, 19:10
Danke das werde ich machen ich werde jetzt erstmal Rostlöser bestellen. Ich hab nichts gescheites da. Gibt es Empfehlungen?
Oh je, da machst du jetzt ein Fass auf! Das kann womöglich zu einem regelrechten Ölfred ausarten. Was der eine nimmt, hält der andere für untauglich. Ich habe bislang WD 40 benutzt. Das hat es immer ordnungsgemäß getan. Aber warte mal ab, was es noch an Erfahrungen gibt.
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 19:39
von 650ccm_Nixe
Oh oh ich bin gespannt

Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 19:39
von Tolek
Würth Boltex
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 19:41
von hanspumpel
Ich benutze auch immer zur vollsten Zufriedenheit WD40.
Aber ich habe dann auch keine Ahnung.
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 20:00
von Saruman
B10
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 20:13
von steffen
Zum Rost lösen ist WD-40 tatsächlich sehr tauglich.
Siehe auch den Test von 10 Multifunktionsölen in der MOTORRAD Zeitschrift Ausgabe 04/2021.
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 21:27
von dieCobra
Wenn ich mir die Schrauben/ Stehbolzen anschaue hilft da gar kein Röstlöser (eigene Erfahrungen) Bolzen/ Schrauben (SLS) sind bereits eine Verbindung mit dem Alu eingegangen.

Absolut festgefressen.
Womit ich gute Erfahrungen gemacht habe
Sofort nach dem Anschweißen der Mutter oder erhitzen der Schrauben/ Bolzen, einen gezielten Schlag mit dem Hammer drauf und sofort, solange heiß, drehen.
Deshalb alles sofort griffbereit haben und ohne zu zögern arbeiten.
Und natürlich gutes Werkzeug, Aldi und Lidel ect. scheiden sofort aus.
Wenn die Köpfe des SLS erst mit öl eingeschmiert sind, rutsch auch gerne mal der Schlüssel durch.
Vorher sauber den Rost entfernen und den Inbus einpassen.
Also Schraubenkopf heiß machen, 30 sec. warten bis die Wärme bis nach vorn gezogen ist, nochmal nachheizen, sofort den Inbus rein, Schlag mit dem Hammer auf den Inbus (am besten eine Inbusnuss) und drehen.
Deshalb gibt es auch beim <rundumsorglosPaket SLS> neue Schrauben dabei
Und die neuen Schrauben und Bolzen mit Kupferpaste einsetzten. die alten Krümmerdichtungen nicht vergessen rauszupopeln und immer neue einsetzten.
Mindesten 4x nachziehen.
Grüße
Andi
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 22:12
von Tolek
Oder mit Kältespray auf -40°C abkühlen . Noch besser im Wechsel heiß , kalt ,heiß usw.
Hab am Domikopf auch schon einige Bolzen abgerissen und mir vorgenommen in Zukunft mehr Zeit aufs "Lösen" zu verwenden.
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Di 27. Apr 2021, 23:49
von sb3
Für solch schwere Fälle gibt es bessere Rostlöser als WD40.
Z.B. Sonax, oder was aus Industrie / Landmaschinenrichtung.
Länger einweichen (Tage - Wochen) und heiß machen und mal einen Prellschlag drauf.
Das sieht aber alles sehr fest aus, eher die Schweißmethode .... vermutlich wird es ausbohren .....
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Mi 28. Apr 2021, 09:24
von Barniebutsch
Das sieht alles nach Arbeit im Schraubstock aus.
Tue Dir einen Gefallen und fange nicht an, in gebückter Haltung an einem Motorrad auf dem Seitenständer oder einem Montageständer mit der Bohrmaschine einen abgerissenen Stehbolzen versuchen auszubohren, wo noch alles wie Telegabel oder Rahmen im Weg ist. Ich setze da einen Euro gegen Hundert auf totalen Mißerfolg. Deinerseits.
Die Teile kann man nur unter gescheiten Arbeitsbedingungen retten, also Werkbank, Schraubstock, Ständerbohrmaschine usw., eben mit Schlosserausrüstung, wo man alles festspannen und zur Bearbeitung ausrichten kann. Auf gar keinen Fall zu zweit in der Form arbeiten, daß einer hält und der andere bohrt.
Den Motor muß man nicht ausbauen, aber der Zylinderkopf muß runter, auch bei einem ausgebauten Motor, und, wenn Du das Geraffel vom SLS vom Zylinder auch abbauen willst, nehme auch den Zylinder vom Motor.
Bevor Du noch versuchst, irgendeine Schraube oder Mutter von Krümmer oder SLS zu lösen, mit einem sehr guten Kriechöl einweichen, ich verwende Caramba, Tips gab es auch sonst noch genug dazu, und dem Öl Zeit geben, daß es wirken kann. Sollte jedoch die Verbindung Schraubenstahl/Zylinderaluminium schwer korrodiert sein, hilft nur ausbohren, und zwar genau mittig.
Verwende zum Ausbohren keinen Akkuschrauber, sondern eine Ständerbohrmaschine. Wenn die Inbußschrauben vom SLS sich nicht ausdrehen lassen, hast Du das Loch der Inbußschraube gleich als Zentrierung. Also nicht auch noch abreißen. Und vorher bitte alles sorgfältig senkrecht ausrichten, sonst läuft Dir der Bohrer weg. Sowieso bei allem sorgfältig arbeiten, Du hast immer nur einen Versuch.
Versuche auch bitte nicht, die abgerissenen Krümmerstehbolzen mit einer Zange oder ähnlichem Gerät oder gar Linksausdrehern herauszubekommen. Die Gewindeverbindungen Stehbolzen/Zylinderkopf und Stehbolzen/Hutmutter sind fester miteinander verbacken, als der Stehbolzen an Drehmoment übertragen kann, deshalb hast Du auch mit Deinem Feingefühl den Bolzen abgerissen. Man kann auch zum Lösen von Schraubverbindungen einen Drehmomentschlüssel verwenden, das erspart eine Menge Unheil.
Die abgerissenen Krümmerstehbolzen kann man versuchen, mit einer auf den Stumpf aufgeschweißten Mutter auszudrehen. Das macht auch nur deshalb Sinn, weil durch das Aufschweißen Wärme in die Verbindung eingetragen wird. Dadurch löst sich manchmal noch was, aber nicht immer. Und auch nur, wenn alles noch heiß ist, also, wie bereits weiter oben angeführt, unmittelbar nach dem Schweißen versuchen zu lösen. Jedoch nicht, wenn alles noch rot glüht. Sollte sich mit aufgeschweißter Mutter nichts losschrauben lassen, nicht solange probieren, bis auch diese Mutter abgerissen ist. Bei einer zugeschweißten und glattgeschliffenen Mutter kann man viel besser die Mitte vom Stehbolzen ankörnen als auf einer unplanen Bruchfläche.
Auch beim rausschneiden der Bolzenreste mit einem Gewindebohrer braucht es Gefühl, so ein abgerissener Gewindebohrer läßt sich nicht mehr ausbohren, der ist hart. Und die Gänge im Alu muß man auch treffen, sonst war alles umsonst.
Solltest Du keine gescheiten Arbeitsbedingungen vorliegen haben oder Dir das alles doch nicht zutrauen, gib die Teile in professionelle Hände.
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Mi 28. Apr 2021, 13:32
von 650ccm_Nixe
Okay danke für die Tips. Das hörst sich alles sehr nach einem Jahr Stillstand für die Domi an
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Mi 28. Apr 2021, 16:20
von 650ccm_Nixe
Mal eine andere Frage. Ich werde den Zylinder wohl doch ausbauen... Muss ich den gesamten Motor dafür demontieren? Und wenn nein muss dann das Öl Zwingend raus?
MfG Eric
Re: Motor überholen (gezwungen)
Verfasst: Mi 28. Apr 2021, 16:26
von Nergal
Bernd hat die Sachlage treffend beschrieben. Wie würde ich jetzt verfahren? Wenn ich das Motorrad in den nächsten Wochen nicht bewegen müsste, würde ich die Stehbolzenreste regelmäßig mit Rostlöser einsprühen und ab und zu mal einen Prellschlag draufgeben. Nach einigen Wochen würde ich versuchen, mit zwei gekonterten Muttern die Bolzen rauszudrehen. Die Methode klappt aber nur, wenn die Stehbolzenstümpfe lang genug für die Aufnahme der beiden Muttern sind. Die Gefahr, dass die Bolzen abreißen, schätze ich nicht als sehr hoch ein. Vorher drehen sich eher die beiden Muttern. Die Wahrscheinlichkeit ist natürlich hoch, dass es der Rostlöser nicht schafft, die Bolzen vom Alugewinde zu lösen. Wenn dieser Fall eintritt oder aber die Bolzenstümpfe zu kurz für die Aufnahme der beiden beiden Muttern sind, würde ich den Kopf abbauen und nach Bernds Konzept verfahren.
Wer es anders macht, hat meinen ganzen Respekt.
Freundliche Grüße
Wolf-Ingo
P.S. Der Motorblock muss nicht raus. Man kann den Kopf auch so abbauen. Es geht allerdings ziemlich eng zu beim Werkeln.